Adriana Stern Autorin

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Mit Vielfalt umgehen

Handbuch "Mit Vielfalt umgehen:

Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung"

Erstellt vom europäischen Projekt TRIANGLE (Transfer of Information to Combat Discrimination Against Gays and Lesbians in Europe). Vertreterinnen und Vertretern aus fünf Ländern, haben gemeinsam dieses Handbuch entwickelt, das aufzeigt, wie man mit den Themen Lesbisch- bzw. Schwulsein und Bisexualität in multiethnischen Kontexten umgehen kann.








Dies ist ein wissenschaftliches Projekt, welches von der europäischen Kommission gefördert und finanziert wird. Federführend für die deutsche Umsetzung war hier Nordrhein-Westfalen.


Themenkarten

1 Coming-out und Identitäten
2 Beziehungen
3 Verschiednene Lebensformen
4 Gesundheit und psychosoziale Probleme
5 Lesben- ud Schwulenspezifische Beratung
6 Sexualitäten
7 Szene und Community
8 Geschichte und Kulturen
9 Religionen


Mit Vielfalt umgehen. Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung

Herausgeber: Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen, D - 40219 Düsseldorf

Autorinnen und Autoren: Pascal Belling, Flora Bolter, Peter Dankmeijer, Martin Enders, Margherita Graglia, Karen Kraan, Stefan Timmermanns, Wolfgang Wilhelm.

Geschichten: Adriana Stern.

Evaluation: Floor Bakker, Ine Vanwesenbeeck (Rutgers Nisso Groep).
Gestaltung: Giffhorn Design, Wuppertal
Die Urheberrechte liegen beim Herausgeber. Vervielfältigung oder Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur unter Angabe der Quelle gestattet.
Erstellt mit freundlicher Unterstützung des Aktionsprogramms der Europäischen Gemeinschaft zur Bekämpfung von Diskriminierungen.

Düsseldorf, August 2004



Das Handbuch - die deutschsprachige Ausgabe trägt den Titel „Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung" – wurde in einer Auflagenhöhe von 11000 in vier Sprachen gedruckt (Deutsch, Französisch, Italienisch und Niederländisch). Für die Verteilung in den Partnerländern sind die jeweiligen KooperationspartnerInnen zuständig. Für NRW ist eine Online-Bestellmöglichkeit eingerichtet.
Neben der Printversion gibt es eine Internet-Ausgabe in fünf Sprachen (zusätzlich Englisch), in der sämtliche Texte kostenlos heruntergeladen werden können: www.diversity-in-europe.org. Das Handbuch wird ebenfalls auf der Web-Seite der Europäischen Kommission zum Thema „Antidiskriminierung" aufgegriffen, auf der es auch auf Polnisch und Ungarisch vorgestellt wird: www.stop-discrimination.info
Für die Zukunft ist eine Evaluation der Implementierung dieses neuen Mediums geplant.
Da Ablehnung, Ausgrenzung und Gewalt für viele Menschen Realität ist, war es dem TRIANGLE-Team wichtig, dass Diskriminierung kein abstraktes Phänomen bleibt. Um den emotionalen Bezug zu den verschiedenen Themen für die Lesenden herzustellen, wurde die Schriftstellerin Adriana Stern beauftragt, für alle neun Kapitel Kurzgeschichten zu schreiben, die anschaulich vom Alltag lesbischer Mädchen und schwuler Jungen in einem interkulturellen Europa handeln.

Pascal Belling

Dr. Pascal Belling ist Literaturwissenschaftler und arbeitet seit 1997 im Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen
Wenn ihr möchtet, macht Euch selbst ein Bild von dem Handbuch unter
www.diversity-in-europe.org.

Und hier die Stimmen aus Medien und Politik zum Buch!

BILD-ARTIKEL vom 27. 7. 05
„Schwul sein ist ganz normal“
Riesen-Ärger um Homo-Fibel für Lehrer

Von DIETER SCHLÜTER

Düsseldorf – Wirbel um eine Homo-Fibel für Lehrer in Nordrhein- Westfalen!
In dem Handbuch, das noch die im Mai abgewählte rot-grüne Landesregierung herausgegeben hat, werden Pädagogen dazu angehalten, im Unterricht Sätze zu vermitteln wie: „Mein Schatz, schwul zu sein ist ganz normal.“

In dem Leitfaden heißt es, Lehrer sollten die Schüler aufklären, daß man nicht „durch gegenseitiges Masturbieren oder durch das Berühren von gleichgeschlechtlichen Partnern lesbisch oder schwul werden“ kann.
Weitere „Anregungen“ für den Umgang mit dem Thema Gleichgeschlechtlichkeit:
„Achten Sie darauf, das Sie Lesbisch- und Schwulsein nicht nur als Problem, sondern als eine Lebensform neben vielen anderen gleichbedeutend darstellen.“
„Nehmen Sie Texte, die sich mit Lesben und Schwulen auseinandersetzen, in die Listen von Pflicht- und empfohlener Lektüre auf!“
„Verwenden Sie durchgängig geschlechtsneutrale Formulierungen.“
„Legen Sie an gut sichtbaren Stellen Broschüren zum Thema lesbisch-schwule Lebensweisen aus.“
„Laden Sie Personen von Lesben und Schwulen-Projekten in den Unterricht ein.“
„Arbeiten Sie mit den persönlichen Erfahrungen der Jugendlichen mit Lesben, Schwulen und Migrantinnen/Migranten.“

„Sorgen Sie dafür, daß in der (Schul-)Bibliothek Sachbücher und Romane über Homosexualität, Coming-Out, (berühmte) Lesben und Schwule vorhanden sind.“

Das CDU-geführte Düsseldorfer Kultusministerium will die von der rot-grünen Vorgänger-Regierung eingeführte Lehrer-Fibel jetzt zurückziehen. „Wir dürfen unseren Kindern nicht das Gefühl geben, daß schwul oder lesbisch zu sein bald Pflicht wird“, so ein Sprecher von Ministerin Barbara Sommer (CDU).



KATHOLISCHE NACHRICHTENAGENTUR

Meldung Katholische Nachrichten Agentur vom 2005-07-27 12:23
Schulen/Homosexualität
Ministerium nimmt Handbuch zur Homosexualität aus der Schule
Düsseldorf (KNA)
Das NRW-Schulministerium nimmt ein umstrittenes
Handbuch zum Umgang mit Homosexualität aus der Schule. «Die
Broschüre soll nicht mehr unreflektiert verwendet werden», sagte
Sprecher Oliver Mohr am Mittwoch der Katholischen
Nachrichten-Agentur (KNA) in Düsseldorf. «Wir tolerieren jegliche
Lebensformen, wollen aber keine Werbung für bestimmte sexuelle
Ausrichtungen machen», begründete er die Entscheidung. Das
Lehrerhandbuch wurde von der im Mai abgewählten rot-grünen
Landesregierung publiziert.

In dem Leitfaden werden Pädagogen dazu angehalten, im Unterricht
Sätze zu vermitteln wie: «Mein Schatz, schwul zu sein ist ganz
normal.» In den «Anregungen» für den Umgang mit dem Thema
Gleichgeschlechtigkeit heißt es weiter: Lehrer sollten die
Schüler darüber aufklären, dass man nicht «durch gegenseitiges
Masturbieren oder durch das Berühren von gleichgeschlechtlichen
Partnern lesbisch oder schwul werden» kann. Außerdem wird
Pädagogen geraten: «Sorgen Sie dafür, dass in der (Schul-)
Bibliothek Sachbücher und Romane über Homosexualität, Coming-Out
(berühmte), Lesben und Schwule vorhanden sind.»

Das Thema Homosexualität werde dennoch weiter an
nordrhein-westfälischen Schulen behandelt, unterstrich Mohr. Es
sei Thema in der Sexualerziehung genauso wie im Geschichts- oder
Politikunterricht. Was mit den 2.000 verbliebenen Exemplaren des
Handbuchs geschehen soll, überprüft nach Angaben des Sprechers
das Generationenministerium. Die Hefte könnten möglicherweise
außerhalb des Schulunterrichts verwendet werden.

«Nicht in den Papierkorb»
Das EU-Projekt zur Antidiskriminierung, in dessen Rahmen der
Leitfaden entstanden ist, habe immerhin 435.000 Euro Kosten
verursacht, betonte Mohr. «Darum wollen wir die Broschüren nicht
einfach in den Papierkorb werfen.» Die Hefte bieten Material und
Methoden an, um Homosexualität im Unterricht zu thematisieren und bei
Diskriminierung einzuschreiten. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften
sollten in den Schulen als Lebensform wie jede andere vermittelt
werden, heißt es darin.


PRESSEMITTEILUNG VOLKER BECK

PRESSEMITTEILUNG
NR. 683 der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
Datum: 27. Juli 2005

Schwarz-Gelb in Düsseldorf: Zensur findet doch statt
Zum Beschluss des NRW-Schulministeriums, ein Handbuch zum Umgang mit
Homosexualität aus dem Verkehr zu ziehen, erklärt Volker Beck, Erster
Parlamentarischer Geschäftsführer:
Zensur findet also doch statt. Wenige Wochen nach dem Machtantritt der
schwarz-gelben Koalition in Nordrhein-Westfalen hat die
CDU-Schulministerin nichts Wichtigeres zu tun, als eine Handreichung
zum Umgang mit dem Thema Homosexualität aus dem Verkehr zu ziehen.

Das fängt ja gut an! Das Beispiel Düsseldorf macht deutlich:
Schwarz-Gelb an der Regierung will gesellschaftspolitisch die Uhren
zurückdrehen. Hinweise für eine vorurteilsfreie Behandlung des Themas
Homosexualität im Unterricht werden nun als "Werbung für bestimmte
sexuelle Ausrichtungen"denunziert. Das atmet den Geist der 50er
Jahre. Schulministerin Barbara Sommer sollte ihre kleinkarierte
Entscheidung schnellstens zurücknehme


PRESSEMITTEILUNG SIGRID BEER

152/05 Düsseldorf, 28. Juli 2005


Beer: Statt geistiger Armut: Vielfalt gestalten!


Zur Ankündigung das Lehrer-Handbuch "Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung" aus den Schulen des Landes zu verbannen, erklärt die bildungspolitische Sprecherin Sigrid Beer MdL:

"Neueste Zielscheibe für die Aktivitäten der Schulministerin Sommer ist das Thema Schwule und Lesben. Unbedarft wird das Handbuch kassiert auf dem Weg, Nordrhein-Westfalen schwarz-gelb umzukrempeln.

Wir erleben zum wiederholten Male in der kurzen Geschichte der Ministerin Sommer, dass ohne den Anflug fachlicher Fundierung Entscheidungen über das Knie gebrochen werden und ihr Sprecher Mohr setzt noch eins drauf und agitiert gegen Schwule und Lesben.

Das Handbuch zur Antidiskriminierungsarbeit wurde in einem Team, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von acht verschiedenen Organisationen aus fünf Ländern erarbeitet. Das Netzwerk Triangle verbindet Organisationen und Gruppen, die sich gegen die Diskriminierung unterschiedlicher Teile der Bevölkerung engagieren, das heißt gegen die Diskriminierung auf Grund von sexueller Orientierung und ethnischer Herkunft. Es wird von der Europäischen Union gefördert und in verschiedenen Sprachen und Ländern verwendet.

Die Grünen fordern die Schulministerin auf, die unqualifizierten Äußerungen ihres Sprechers unverzüglich zurückzuweisen. Statt geistige Armut zu demonstrieren, sollten hier Chancen genutzt werden, die Vielfalt in unserer Gesellschaft zu fördern."
Britta Altenkamp stellvertretende Fraktionsvorsitzende SPD: Konservatives Gesellschaftsverständnis lässt Aufklärung keinen Raum 8.8.2005
Das Taktieren der Landesregierung der letzten Tage zeigt die Richtung, die die Landesregierung einschlägt: Diskriminierung statt Aufklärung. "Für die Landesregierung existiert lediglich das traditionelle Familienbild. Abweichende Lebensformen deklariert sie als 'unnormal' und will sie aus der Gesellschaft entfernen. Leitbild ist ein nicht zeitgemäßes und vor allem realitätsfremdes Gesellschaftsbild" erklärte die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Britta Altenkamp.

Will man die Homepage www.diversity-in-europe.org besuchen, erscheint der Hinweis, dass die Homepage überarbeitet werde. "Tatsächlich handelt es sich um ein diskriminierendes Vorgehen der Landesregierung" so Britta Altenkamp. Denn auf der mit Mitteln der Europäischen Kommission geförderten Homepage soll über Homo- und Bisexualtität informiert werden. Auf dieser Homepage war das Lehrerhandbuch "Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung" zu finden.

Dieses wurde bereits im Vorhinein von der Schulministerin Sommer gesperrt. Die Landesregierung hatte erklärt nicht für homosexuelle Lebensformen "werben" zu wollen. "Statt den Jugendlichen bei ihrer Identitätsfindung die größtmögliche Unterstützung zukommen lassen, will die neue Schulministerin den Jugendlichen den Eindruck vermitteln, Homosexualität sei eine Schande" erklärte Britta Altenkamp.

Das Projekt, an dem fünf europäische Länder beteiligt sind, wurde eingerichtet um Vorurteile gegenüber schwulen, lesbischen und bisexuellen Bürgerinnen und Bürgern abzubauen. Daran scheint die Landesregierung kein Interesse zu haben, obwohl in der Vergangenheit die Federführung dieses Projekts beim Land Nordrhein-Westfalen lag. Während sich die Gesellschaft vorwärts entwickle, mache die Landesregierung große Schritte rückwärts. "Eine nordrhein-westfälische Landesregierung muss vorwärts gehen" so Britta Altenkamp

Rückschlag für Antidiskriminierungsarbeit in NRW

pro familia kritisiert Distanzierung des neuen NRW-Schulministeriums von einem Lehrer-Handbuch zur Homosexualität

Frankfurt am Main, 11. August 2005. Als Rückschlag für die Antidiskriminierungsarbeit sieht der pro familia-Bundesverband die Absicht des Schulministeriums in Nordrhein-Westfalen, das Handbuch „Mit Vielfalt umgehen: Sexuelle Orientierung und Diversity in Erziehung und Beratung“ in Schulen nicht mehr einzusetzen. Das Handbuch war im Rahmen eines EU-Programms zur Bekämpfung von Diskriminierung von internationalen Expertinnen und Experten aus ganz Europa geschrieben und in vier Sprachen gedruckt worden und wird auch in Österreich, Holland und Italien verteilt. Nachdem in Zeitungsberichten behauptet wurde, LehrerInnen würden in dem Handbuch dazu „angehalten“, für gleichgeschlechtliche Lebensweisen zu „werben“, hatte ein Sprecher des Schulministers angekündigt, die Bücher künftig aus Schulen zurückzuziehen. In einem Flyer zum Handbuch werde sich das Schulministerium außerdem von den Inhalten distanzieren.

„Die Entscheidung, ein europaweit einzigartiges Buch, das Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben abbauen will, zu verbieten wäre ein Skandal“, sagte Dr. Gisela Notz, Vorsitzende des pro familia-Bundesverbands. „Der neuen Schulministerin Barbara Sommer ist zu raten, sich genauer mit dem Inhalt des Handbuches auseinander zu setzen und ihr Vorhaben ohne Einschränkungen zurückzunehmen.“

Seit fast einem Jahr biete das Handbuch PädagogInnen eine Vielfalt von Materialien, um im Unterricht gegen die Diskriminierung von lesbischen und schwulen Jugendlichen sowie von MigrantInnen zu wirken. Durch die Rücknahme würde die neue Schulministerin die LehrerInnen in NRW mit der Aufgabe allein lassen, junge Lesben und Schwule in der Schule vor Ausgrenzung und Diskriminierung zu schützen.

Auch das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium nenne in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA-Forum) das Handbuch „eine Arbeitshilfe, die einen wichtigen Beitrag zur Überwindung von Diskriminierung aufgrund homosexueller Orientierung leisten kann“. Wissenschaftliche Bedarfsanalysen, Gutachten und Evaluationen hätten das Handbuch vor der Veröffentlichung sehr positiv bewertet und einen hohen Bedarf bei LehrerInnen und ErzieherInnen nach entsprechenden Arbeitshilfen festgestellt.

Regine Wlassitschau



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